Bau der Sperrmauer 1908 bis 1914

Die Edertalsperre wurde in den Jahren 1908 bis 1914 von der Fa. Philipp Holzmann AG gebaut, um der Weserschifffahrt und dem Mittellandkanal in den Sommermonaten ausreichend Wasser zuzuführen.
Die Talsperre dient darüber hinaus dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung. An eine touristische Nutzung dachte man damals noch nicht. 

Beim Bau der Sperrmauer wurden 300 000 Kubikmeter Bruchstein vermauert. Der Bau selbst kostete 7,5 Mio Goldmark, für Grunderwerb und Strassenbau wurden nochmals 17,5 Mio Goldmark aufgewendet, (zum heutigen Zeitpunkt entspricht 1 Goldmark = 4,87 €). Durch die Flutung des Edertals verloren 900 Menschen ihre Heimat. Die Dörfer Asel, Bringhausen und Berich (s. Fotos) wurden abgetragen und versanken in den Fluten. Die Bewohner wurden teilweise in Gebiete oberhalb ihrer Dörfer und nach Neu-Berich bei Bad Arolsen umgesiedelt. 

Bei Niedrigwasser im Herbst kommen Reste der alten Dörfer wieder zum Vorschein. Dann kann man auf alten Wegen wandern, Mauerreste der alten Bericher Klosterkirche besichtigen und die Ederbrücke von Asel nach Asel-Süd überqueren, die sonst unter dem Wasserspiegel liegt. Bei extrem niedrigem Wasserstand kann man die Überreste der alten Bericher Hütte erkennen, mit einem Modell der Sperrmauer.