Instandsetzungsmaßnahmen 1991-1994

Von 1991-1994 wurde die gesamte Mauer aufwändig saniert. Man hatte festgestellt, dass vermehrt Feuchtigkeit in die Kontrollgänge eingedrungen war und die Mauer den gestiegenen Sicherheitsanforderungen nicht mehr entsprach. 

Die Staumauer wurde komplett für den Besucherverkehr gesperrt und anschließend die Mauerkrone teilweise abgesprengt. Es wurden bei der Sanierung 104 Stahlanker mit einer Länge von jeweils 75 m im felsigen Untergrund verankert. Um es etwas plastischer darzustellen: Die Mauer wird jetzt etwa mit einem Gewicht von 75 auf ihr lastenden Eisenbahn-Loks gegen den Untergrund gepresst.
Außerdem wurde durch Bohrlöcher eine spezielle Zementmilch in die Mauer injiziert, die alle Risse und Hohlräume geschlossen hat. Ein zusätzlicher Kontrollgang wurde unterhalb der Fahrbahndecke eingezogen und die Mauerkrone wieder aufgebaut. Hierbei wurden auch Aussichtsplattformen und mehrere Stahlkästen auf der Mauer angebracht. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat durch diese Kästen die Möglichkeit, die Schieber für die mittleren Wasserdurchlässe zu betätigen.
Die Rinnen, die quer über die Fahrbahndecke verlaufen, sind Dehnungsfugen. Bei Hitze und Kälte dehnt sich die Mauer aus oder zieht sich zusammen und dass sie das in diesem Bereich unbeschadet kann, ist durch diese Fugen gewährleistet.

Im Kronenbereich kann die Mauer im Schnitt um etwa 2 cm im Jahr schwanken - je nach Wasserstand und Temperatur. Ein frei hängendes Lot in der Mauer, welches bei der Sanierung angebracht wurde, gibt ebenfalls Aufschluss über evtl. auftretende außergewöhnliche Schwankungen bzw. Abweichungen von der Norm.
Die runden Stahlpunkte auf der Mauer sind Blitzableiter; die etwas größere rechteckige Stahlplatte ist ein Vermessungspunkt. Auf der Ost- und Westseite der Staumauer befinden sich ebenfalls zwei Vermessungspunkte. So kann das Wasser- und Schifffahrtsamt ebenfalls mit Spezialgeräten Abweichungen von der Norm entsprechend registrieren.

Anfang Mai 1994 wurde die gründlich sanierte Staumauer zugleich mit der Feier zum 80-jährigen Bestehen eingeweiht.